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Sonntag, 09 Mai 2021 16:12

Renault E-TECH: Abenteuer mit Happy End

geschrieben von Projekt-Renault
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Bei der Entwicklung des innovativen E-TECH-Hybridantriebsstrangs profitierte Renault von seinen Erfahrungen in der Elektromobilität und der Formel 1 sowie vom Enthusiasmus seiner Ingenieure. Im heutigen dritten Teil der E-TECH-Story blickt Nicolas Fremau, Experte für die Hybridarchitektur bei Renault, darauf zurück, wie der E-TECH-Antrieb seine endgültige Form annahm.

Nach den ersten Testläufen, die zeigten, dass das wenige Monate zuvor aus einem einfachen LEGO Modell entstandene System prinzipiell funktionierte, konnten die Entwicklungsteams ein erstes wichtiges Etappenziel realisieren: Sie präsentierten innerhalb der 18-Monats-Frist, die ihnen Projektleiter Gérard Detourbet gesetzt hatte, ein „echtes“ Fahrzeug mit dem neuartigen Hybridantrieb. Ihr „halböffentliches“ Debüt gab die erste Version des E-TECH-Antriebs unter der Motorhaube eines Dacia Sandero bei den Innovation Days 2012, einer Informationsveranstaltung für Konzernmitarbeiter zu den neuesten technischen Entwicklungen.

„Die E-TECH-Technologie ist wirklich einzigartig, weil sie extrem einfach ist. Viele Leute haben sich gefragt, ob sie realisierbar sei. Wir haben bewiesen, dass es geht.“ Nicolas Fremau

TESTLABOR EOLAB

Zur gleichen Zeit nahm Renault eine Aufgabe der französischen Regierung in Angriff: ein Auto zu entwickeln, das weniger als 2,0 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer benötigt. Hierfür konzipierte der Hersteller einen komplett neuen Versuchsträger namens EOLAB. Die Entwicklungsteams unter Leitung von Laurent Taupin konzentrierten sich auf drei Felder: einen möglichst leichten Aufbau, eine hohe aerodynamische Effizienz und einen maximal sparsamen Antriebsstrang. Ein Treffen mit den E-TECH Entwicklungsteams war da nachgerade vorprogrammiert.

Hierzu EOLAB Projektleiter Taupin: „Die Kombination EOLAB-E-TECH kristallisierte sich schnell als offensichtliche Lösung heraus, da wir zusätzlich zu einem leichten Fahrzeug eine innovative Antriebslösung brauchten, um das Projekt abzuschließen. Auf einmal hatten wir zwei sich ergänzende Möglichkeiten, um die Anforderungen von Renault zu erfüllen, das heißt, eine intelligente, sparsame und erschwingliche Lösung anzubieten.“

Der EOLAB hatte auf dem Pariser Autosalon 2014 Premiere. Parallel dazu lud Renault Journalisten ein, die „Demo-Car“-Version auf der Rennstrecke von Mortefontaine auszuprobieren, eine Feuerprobe für die E-TECH-Motorisierung. Die Journalisten fuhren einen Prototypen, der Verbrauchsrekorde brach (1,0 Liter/100 km), ohne Abstriche bei Fahrleistungen (9,2 Sekunden für 0-100 km/h) und Fahrdynamik zu vernachlässigen. Dennoch waren Nicolas Fremau und die Entwicklungsteams nicht hundertprozentig zufrieden: „Wir mussten den Start des Verbrennungsmotors beschleunigen und das gleiche spontane Ansprechverhalten erreichen, das wir von Elektroautos kennen.“

"Die Lösung bestand darin, dem Klauenkupplungsgetriebe, das ursprünglich nur drei Gänge hatte, einen vierten Gang hinzuzufügen. Noch besser: Dieser vierte Gang ermöglichte es, den Haupt-Elektromotor komplett abzukoppeln, wenn er nicht gebraucht wird - typischerweise auf Autobahnen. Das verringert den mechanischen Widerstand und spart etwa 1 kW oder drei bis vier Prozent Kraftstoff“, erklärt Nicolas Fremau.

HILFE AUS DER FORMEL 1

Auch die Formel 1 hat ihren Anteil an der Entwicklung der E-TECH-Technologie. Hintergrund: Die Königsklasse bewegt sich bereits seit 2009 mit KERS in Richtung Elektrifizierung und setzt seit 2014 auf V6-Hybridmotoren. Ob Rennstrecke oder Straße, das Ziel der Motorenhersteller ist das gleiche: die Verringerung des Verbrauchs und die Verbesserung der Kraftstoffeffizienz. Die Geheimnisse des Energiemanagements schauten sich die E-TECH-Ingenieure von ihren Kollegen des Renault F1 Teams ab.

Als letztes Puzzleteil fehlte noch der passende Verbrennungsmotor für die Serie. Die Wahl fiel auf einen Vierzylinder-Saugmotor der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi mit dem Kürzel HR16. Damit das von Nicolas Fremau mit Hilfe eines LEGO Modells erdachte Klauenkupplungsgetriebe sein volles Potenzial entfalten konnte, bedurfte es jetzt noch der Feinabstimmung.

HEUTE IN VIER MODELLEN VERFÜGBAR

Heute ist der E-TECH-Antrieb Realität und in einer „einfachen“ Hybridversion in Clio, Captur und Arkana sowie in einer Plug-in-Hybridvariante in Captur und Mégane verfügbar. Nicolas Fremau: „Wir haben mit einem kleinen Samen begonnen, die Entwicklungsabteilung von unserem Konzept überzeugt, und schließlich wurde daraus eine komplette Baureihe.“ So sieht das Happy End einer Geschichte aus, die ihren Ursprung in einem LEGO Modell sowie dem Einfallsreichtum und der Beharrlichkeit eines engagierten Teams hatte, das nicht aufgab, wenn es schwierig wurde.

„Es war sicherlich ein sehr riskantes Spiel. Aber nach und nach übernahm das ganze Unternehmen die Idee, von den Produkt- und Fahrzeugprojektteams bis hin zum Topmanagement. Viele Mitarbeiter haben sich mit viel Eigenmotivation für dieses Projekt begeistert. Das ist es, was ein Unternehmen auch ausmacht. Der E-TECH-Antriebsstrang war ein leicht verrückter Erfolg, auf den wir alle stolz sein können“, resümiert Nicolas Fremau.

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